Hl. Birma - THE COSY ONE & THE COSY BEAUTY

Kommentar von Clauss-Peter Hahn:

Ich möchte mich hier nochmals ganz herzlich bei Sonja für die Erstellung der Gruppe „Gentest Birma“ bedanken. Absolut Spitze waren die Beispiele der Testergebnisse  von AnimaLabs und GENIMAL, da wissen wir endlich was getestet wird. Ich habe mich etwas mit den Grundlagen der Tests beschäftigt und möchte einige meiner Erkenntnisse mit Euch teilen. Ich hoffe ich erzeuge nicht noch mehr Verwirrung als bisher schon existiert. Ach ja, es handelt sich hier nicht um einen wissenschaftlichen Artikel. Ein paar Grundlagen: Die wichtigsten unserer Erbmerkmale werden durch die DNA weitergegeben. Die DNA ist kombiniert  aus Paaren vier verschiedener Nukleinbasen, die durch die Buchstaben A, C, G und T gekennzeichnet werden. Jedes solches Basenpaar besteht aus 2 verschiedenen Nukleinbasen, damit gibt es also immer 3 mögliche Kombinationen, z.B. AA, AG, GG oder TT, CT, CC usw. Ein bestimmter Abschnitt der DNA bildet eine Erbeinheit und wird als Gen bezeichnet. In der Literatur wird solch ein Basenpaar oft als SNP bezeichnet. Bei der Analyse von DNA wird ein bestimmtes Basenpaar durch den Namen des Gens und der Position innerhalb des Gens bezeichnet. Ein für unsere Betrachtung wichtige Gene:
IFNG: kodiert antivirale, immunregulatorische und anti-tumor Eigenschaften kodiert, es ist auch wichtig zur Aktivierung der Fresszellen des Immunsystems. TNFA: Sehr vielfältige Eigenschaften innerhalb des Immunsystems und der Ausbildung von Organen in der embryonalen Phase CD209: Sehr wichtig für das System zur Erkennung von Viren und Parasiten Ich beschäftige mich hier mit Katzen (englisch: feline), damit werden auch die Gene bezeichnet: fIFNG, fTNFA, fCD209
Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es Familien gibt, die bestimmte Krankheiten nicht bekommen, hier kann man annehmen, dass diese Resistenz vererbt wurde. Dies wird  genetischer Prädisposition bezeichnet und wird durch bestimmte Genkombinationen kodiert. Dies gilt auch für Katzen. Genetische vererbte Resistenz gegen FIP Li-En Hsieh et al haben 2 Artikel veröffentlicht, in denen sie die genetische Prädisposition von Katzen bezüglich der Resistenz gegenüber FIP untersuchen. Im ersten Artikel (1) analysieren sie ausschließlich das fIFNG Gen, also die Beziehung bestimmter Basenpaare dieses Gens zur Immunität gegenüber FIP. Sie finden 3 relevante Basenpaare (SNP): fIFNG+401, fIFNG+408 und fIFNG+428. Im zweiten Artikel  (2) beschreiben sie die Beziehungen von Basenpaaren der Gene TNFA und CD209 zur FIP Resistenz: fTNFA-421, fCD209+1900, fCD209+2276, fCD209+2392 und fCD209+2713. Damit können wir annehmen, dass die Kombination der 8 gefundenen Basenpaare Einfluss auf die Resistenz gegenüber FIP haben. Seite 4 der Test-Auswertung von AnimaLabs zeigt dies sehr schön.

Wir sollten beachten, dass die Untersuchung eines einzelnen Basenpaars (wie es von GENIMAL durchgeführt wird) zur Feststellung der Resistenz aus meiner Sicht nicht ausreichend ist. Pedersen (3) kritisiert dies unter anderem auch, ich nehme an, AnimaLabs hat darauf reagiert.

Es gibt weitere Veröffentlichungen, die Korrelationen mit SNP auf anderen Genen annehmen. Es scheint, dass es neben der Resistenz auch Prädisposition zur Erkrankung gibt. Die Ursachenforschung ist noch am Anfang. Die Tests geben uns einen wichtigen Hinweis, welche Verpaarungen mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit Kitten hervorbringen werden, bei denen ein hoher Prozentsatz wahrscheinlich FIP hervorbringen wird. Solche Verpaarungen sollten vermieden werden.

(1) Li-En Hsieh, Ling-Ling Chueh: Identification and genotyping of
feline infectious peritonitis-associated single nucleotide polymorphisms
in the feline interferon-γ gene, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4041894/ , online publiziert am 21. Mai 2014

(2) Ying-Ting Wang, Li-En Hsieh, Yu-Rou Dai, Ling-Ling Chueh:
Polymorphisms in the feline TNFA and CD209 genes are associated with the
outcome of feline coronavirus infection, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4041894/ ,online publiziert am 16. Dezember 2014
(3) Niels C. Pedersen:  Evaluation of a commercial test for genetic resistance to Feline Infectious Peritonitis, http://www.sockfip.org/…/evaluation-of-a-test-for-genetic-r…, letztes Update 02. November 2015

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Hier einige Links zu den Forschungsarbeiten:

Genetic susceptibility to feline infectious peritonitis in Birman cats.

Golovko L, Lyons LA, Liu H, Sørensen A, Wehnert S, Pedersen NC Virus Res. 2013 Ju

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The influence of age and genetics on natural resistance to experimentally induced feline infectious peritonitis.

Pedersen NC, Liu H, Gandolfi B, Lyons LA. Vet Immunol Immunopathol. 2014 Nov 15;

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Polymorphisms in the feline TNFA and CD209 genes are associated with the outcome of feline coronavirus infection.

Wang YT, Hsieh LE, Dai YR, Chueh LL. Vet Res. 2014 Dec

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Identification and genotyping of feline infectious peritonitis-associated single nucleotide polymorphisms in the feline interferon-γ gene.

Hsieh LE, Chueh LL. Vet Res. 2014 May

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auch die Winn Feline Foundation weist auf den Gentest hin

siehe hier

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Zum Schluß noch ein kritischer Artikel zu diesem Gentest

siehe hier

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